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Die Altrandsberger Schloss- und
Dorfgeschichte in Kurzfassung: Hinweis: Die bei den beschriebenen Geschlechtern abgebildeten Wappen sind im „Haus des Gastes“ im Schloss angebracht. Angefertigt und kostenlos zur Verfügung gestellt hat diese der Künstler und Freund unseres Schlosses, Nagler Max aus Altrandsberg.
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Die Ramspergerca. Mitte des 12. Jahrhunderts - 1445
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Das Wappen der Ramsperger beschreibt uns Hund, der Verfasser des Bay. Stammbuches, in seiner Einleitung über das Geschlecht : „ Diß Geschlecht führet einen weißen Wider in rothem Feld / oben ein halber weisser Wider in einer Cron.“ Im „Siebmachers Wappenbuch“ ist jedoch der Widder auf blauem Hintergrund beschrieben. Über die Herkunft der Ramsperger ist kaum etwas bekannt. Sie waren Ministeriale der Grafen von Bogen, die auch im Dienste des Hochstifts Passau standen. Diese sogenannten Ministerialen gehörten nicht den freien, sondern den Dienstadel an. Sie waren turnierfähig, leisteten Heeresfolge und verwalteten den Grund- besitz der Grafen. Im Laufe der Zeit erlangten sie den freien Ritterstand und bildeten dann später den niedrigen Adel. Das Geschlecht der Ramsperger spaltete sich im 14. Jahrhundert in zwei Linien. Während die ältere Linie auf dem Stammsitz verblieb, erbaute sich Friedrich der Jüngere um 1330 die Burg Neurandsberg.
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Die Paulsdorfer zu der Kürn und auf Altrandsberg 1445 - 1510 |
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Das Wappen der Paulsdorfer ist schräg gekreuzt, von silber und rot. Paulsdorf liegt in der Nähe von Amberg. Die Paulsdorfer waren ein uraltes Edelgeschlecht, die schon im Jahr 948 im Turnierbuch erwähnt sind. 1394 erkauften sie das Schloss und die Herrschaft Kürrn, nordöstlich von Regensburg. Wohl einer der bedeutensten seines Geschlechts war Hans der Paulsdorfer (Linie Wilhelm). Er übernahm um 1500 von seinem Bruder Sigmund „ Schloß Altenrandsberg“. Aus zahlreichen Urkunden ist zu ersehen, daß er sich um diese Zeit in unserer Gegend auch noch andere Güter erwarb. Hans Paulsdorfer war ein enger Vertrauter des Herzogs, er stand ihm auch im Löwlerkrieg fest zur Seite. Von 1491 bis zu seinem Tod (1512) war er Vizedom zu Straubing. Hans Paulsdorfer zu der Kürn auf Altrandsberg war drei mal verheiratet, seine letzte Ehefrau war Anna, eine Tochter des Heinrich Nothaft zu Runding.
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Die Nothaft von 1510 - 1620
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Das Grundwappen der Nothaft trägt einen blauen Balken auf gelben Hintergrund. Die Nothaft`s waren ein vornehmes, weitverzweigtes und sehr begütertes Geschlecht. Seit sie 1284 Schloss Wernberg an der Naab erwarben, nannten sie sich auch nach diesem Sitz. Heinrich Nothaft (der erste) war Pfleger in Cham und wurde dann auch Vizedom zu Straubing. 1413 kauft er Burg „Runting mit all seinen Gütern“. Ein späterer Nachfolger von Heinrich Nothaft war Albrecht, er ist 1513 geboren und wurde Schlossherr von Altrandsberg. In einer Hofmarksbeschreibung von 1558 ist zu lesen: „Item die Hofmark Alten Ramsperg hat Inn vnnd besitzt Albrecht Notthafft. Darin ain Schlos vunnd haust daselbst“. Am 14. Juni 1580 starb Albrecht und wurde in Chammünster begraben. Sein Sohn Sebald Nothaft übernahm die Hofmark Altrandsberg. Eine Urkunde von 1597 bestätigt ihn als Inhaber: “Sebald Nothaft von Wernberg besitzt die Hofmark Altrandsberg. Dazu gehört ein Schloß, samt 22 Ganschaften, davon aber der meiste Teil Söldner sein. Zu Liebenau 2 Höff und 1 Sölde, zu Grueb 2 Höff und 1 Sölde. Samt anderen umliegenden Gütern mehr. Deren in allen bei vngeverlich 60 Ganschaften sein mechten. Darauf er Hofmarksgerechtigkeit, die Grundt- und Vogt Oberkeit hat“. Nach einem erfüllten Leben verstarb am 25. Febr. 1616 Sebald Nothaft. Er war dreimal verheiratet und ist ebenfalls in Chammünster begraben. Eine Grabtafel aus rotem Marmor erinnert in der Kirche von Chamünster noch heute an sein Leben.
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![]() Schloss Wernberg
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Die Berlichingen von 1620 - 1670
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Das Wappen der Berlichinger beinhaltet in Gold ein fünfspeichiges silbernes Rad. Fränkischer Uradel, Turniergenossen, dessen Name durch den Ritter Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand durch ganz Deutschland bekannt wurde. Die Freiherrnwürde ist in der Familie über 400 Jahre zurück nachweisbar. Während der Herrschaftszeit der Berlichinger war wohl eine der schrecklichsten Zeiten im Bayerischen Wald. Der Dreißigjährige Krieg, aber auch Pest und andere Seuchen wüteten in unserer Gegend. Durch Heirat der Nothaft-Witwe Genoveva (geb. Schad), erwarb Hans Chistoph von Berlichingen um 1620 die Hofmark Altrandsberg. Er war Landsteuer - Beamter des Rentamts Straubing. Hans Christoph starb am 29. Dez. 1668. In der Pfarrkirche Moosbach, wo sich die Familiengruft der Berlichinger befand , ist noch die feingemeiselte Grabplatte mit dem Familienwappenzu sehen. Eva Maria, die einzige Tochter von Hans Christoph war mit dem böhmischen Edelmann Johann Wilhelm Podtmoski von Podtmokl verheiratet. Sie erbten die Hofmark Altrandsberg. Als Eva Maria starb, verkaufte Johann Wilhelm Podtmoski 1670 Altrandsberg an die Closen.
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Die Closen von 1670 bis 1676 |
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Das Stammwappen der Closen zeigt im goldenen Schilde eine Uttenschwalbe. Wiguläus Hund schreibt hierzu: „ Die Closner führen ein Uttenschwalb das ist ain gar seltzamer vogel. In diesem landt findt man im zweiten vub die Donaw in ains Raigers Gröss, mit rothen fiessen wnd schnabl, auch ain rotn fleck an der Brust sunst schwartz. Item man malt ihn gemainiglich in ains schwans gestalt.“ Das Geschlecht der Closen reicht nach Hund auf das 12. Jahrhundert zurück. Albrecht I. von Colsen zu Armstorff und Stubenberg, kaufte 1348 die Herrschaft Gern (bei Eggenfelden). Die Closen zählten zu den einflußreichsten Adelsgeschlechtern in Bayern. In den besten Zeiten waren sie Inhaber von 18 Hofmarken und im Gericht Eggenfelden waren ihnen 340 einschichtige Bauerngüter untertan. Nur ca. 6 Jahre übten sie in Altrandsberg die Herrschaft aus. Franz Freiherr von Closen zu Haydenburg war kurf. Rat und Kämmerer. Im Jahr 1670 kaufte er das „adelige Schloß Altenramsperg“, das er dann später an seinem Bruder Ludwig Bernhard übergab.
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Die Leoprechtinger von 1676 bis 1847
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Das Stammwappen der Leoprechtinger beinhaltet in Silber eine nach rechts aufsteigende schwarze Stufe. Leoprechting ist ein altbayerischer Uradel, dessen Stammsitz Leoprechting in Niederbayern, bei Eggenfelden liegt. 1694 erlangte das ganze Geschlecht der Leoprechtinger den Freiherrenstand. Hans Wolfgang von Leoprechting - er stammte aus der aus der jüngeren Linie (Felicitas von Pelkhoven, Moosthenning) – kaufte 1676 die Hofmark Alten Ramsperg von den Closen. Die Freiherrn Leoprechtinger übten nun über 170 Jahre lang die Herrschaft in Altrandsberg aus. Unter ihnen erfolgt auch der Umbau zum Schloss. Der wehrhafte Charakter der Burg weicht dem standesgemäßen Wohnen. Im Jahr 1726 berichtet der Hofkupferstecher Michael Wenig unter anderem von einer zweimaligen Feuersbrunst im Schloss: „Alten-Ramsperg. Diß Schloß haben als Besitzer die von Leoprächting ... . Das Schloß wurd vor etlich Jahren zweymahl auff den Grund durch das Feur verderbt/ steht aber wiederumb also außgebessert/ vud zugerichtet / daß darinnen zu wohnen ist.“ Bei der Schlossanierung wurden noch verkohlte Balken sichtbar.
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![]() Wenigstich von 1726
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Freiherr Georg von Reider kauft Schloss und Hofmark
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Am 13.März 1847 geht die gesamte Hofmark an den Freiherrn Georg von Reider über, er war Patrimonalgerichtshalter von Saulburg. Anscheinend waren finanzielle Schwierigkeiten ein Grund des Verkaufs, denn die Hofmark sollte schon versteigert werden. Der neue Hofmarksherr Reider mußte dann wegen der neuen Bay. Verfassung 1848 (Bauernbefreiung) auf seine Gerichtshoheit, Zinsen und auf die Frondienste der Untertanen verzichten. Durch diesen Wegfall konnte sich die Gutsherrschaft nicht mehr lange halten, es begann die Zertrümmerung.
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Georg Hamminger kauft das Schloss mit Nebengebäuden
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Am 23. Mai 1854 kauft der Gutsbesitzer von Aukofen, Georg Hamminger, um 12000 Gulden das Schloss samt Nebengebäuden. Nach dem Tod von Georg Hamminger geht der Besitz an seine 4 Kinder über.
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Ignatz Grünhut kauft den gesamten Schloss- u. Gebäudekomplex
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Der jüdische Hopfenhändler Ignatz Grünhut aus Regensburg erwarb von den Erben des Georg Hamminger, am 17.April 1895, den gesamten Schloss- u. Gebäudekomplex.
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Die Gemeinde Altrandsberg von 1895 bis 1971
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Mit der unter Georg Reider und Ignatz Grünhut entstandenen Gutszertrümmerung vollzog sich ein entscheidender Wandel im Dorf. Vom einstigen Herrschaftsmittelpunkt war das Schloss nun zur völligen Neunutzung frei. Der günstige Preis (4800 Reichsmark) und die Überlegung, daß man so Räume für gemeinnützige Zwecke, aber vor allem auf diese Weise zu einem eigenem Schulgebäude kommen könnte, waren für den Kauf ausschlaggebend. Am 11. November 1895 ging das Schloss mit Garten in den Besitz der Gemeinde über. Neben der bestehenden Kirche wurden dann Schule, Gemeindekanzlei, Lehrerwohnung und einige kleine Sozialwohnungen im Schloss untergebracht. Wie aus alten Protokollen und Schriftstücken zu lesen ist, erforderte es für die fortschrittlichen Leute im damaligen Gemeinderat große Anstrengungen und viel Kampf, um zu diesem Besitz und somit zu einer Schule zu kommen. Doch dies bedeutete nachher einen großen Gewinn für das Dorf. Im Zuge der Gebietsreform, schlossen sich die Altrandsberger ab 1972 freiwillig der Gemeinde Miltach an, die mit Eismannsberg und Oberndorf eine Großgemeinde bildet. Die Schule in Altrandsberg wurde auch ein Opfer der Schulreform. Sie wurde 1971 für immer geschlossen. Durch den Verlust der eigenen politischen Gemeinde, der Schule, Stillegung des ARA-Werkes und der Bahnstrecke, aber auch durch die Schließung vieler Versorgungs-einrichtungen (Geschäfte), hat auch unser Dorf seine einstige zentrale Bedeutung verloren. Nach der Gebietsreform in Bayern ist es jedoch vielen Dörfern so ergangen. Sie sind in relative Bedeutungslosigkeit zurückgefallen.
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Die Gemeinde Miltach von 1972 bis heute
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Nachdem von öffentlicher Seite erhebliche finanzielle Mittel zugesagt wurden, begann 1981 die Gemeinde Miltach mit der dringend notwendigen Schlosssanierung, die sich viele Jahre hinzog. Selbstverständlich bedeutete dies für die Gemeinde auch eine große Kraftanstrengung. Mit extremen Schwierigkeiten und viel Kampf war es verbunden, um die schleppende und oftmals zum Stillstand gekommene Sanierung wieder in Gang zubringen.
Jedoch letztendlich war es doch geschafft, die Mühe und der Aufwand haben sich gelohnt. 1992 konnte der sanierte Ostflügel vom Schloss seiner Bestimmung „Haus des Gastes“ übergeben werden. Seitdem werden hier, aber auch im Schlosshof, regelmäßig Veranstaltungen der Ortsvereine abgehalten. Ein besonders freudiges Ereignis war es als dann 1996 der Kindergarten im Westflügel des Schlosses eingeweiht werden konnte. So ist nun auch wieder junges Leben im Schloss eingekehrt. Ein „Weltkunstmuseum“ mit Reblikaten von der ortsansässigen Firma ARA-Kunst ist hier untergebracht. Auch die Mutter-Kind-Gruppe, sowie die Gymnastikdamen treffen sich regelmäßig im Schloss. Mit der neu renovierten Kirche die sich im südlichen Teil des Schlosses befindet, steht nun das Schloss in jeder Hinsicht wieder im Mittelpunkt des Dorfes. |
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