

Geschichtliches. Die zur Pfarrei Moosbach
gehörende Kirche befindet sich im Südflügel des Schlosses. Der frühere Name
Schlosskapelle trifft heute nicht mehr zu, da diese im Laufe ihrer Geschichte
durch einige Umbaumaßnahmen zur heutigen Dorfkirche erweitert wurde. Sicher gab
es in der ehemaligen Altrandsberger Burg eine eigenständige Schlosskapelle,
wählten doch die Burgherren des Mittelalters gerne „streitbare" Heilige zu ihren
Patronen, wie St. Georg oder eben St. Michael. Bei den umfassenden
Renovierungsarbeiten tauchten außerdem Funde auf, die auf eine Kapelle in der
Spätgotik schließen lassen. Ein gotischer Schlussstein in Form einer Rosette
blieb erhalten, indem er im Innenhof in die Wand eingemauert wurde, sein
Originalplatz war sicher ein gotisches Spitzgewölbe. Als das jetzige Schloss im
späten 16. Jahrhundert oder frühen 17. Jahrhundert als Vierflügelanlage mit
trapezförmigem Hof entstand, wurde die Kapelle mit einbezogen. Im
Südflügel, neben dem Tor gelegen,
war sie ein viereckiger, flachgedeckter Saalraum mit größerer Breite als Länge.
Die Altarwand und die gegenüberliegende Wand waren mit flachen Pilastern
gegliedert. Darüber erhob sich über dem Dach ein kleiner Turm, ein sogenannter
Dachreiter. Da die kleine Kapelle kaum Besucher fasste, entschloss sich die
Gemeinde zusammen mit Pfarrer Wittmann aus Moosbach, die Kapelle zu erweitern.
In den Jahren 1935/36 riss man einfach die Zwischenmauern des Südflügels in
Richtung Ostflügel ein und erweiterte die Kapelle so zu einem langen Rechteck.
Nach dem Krieg nahm die Einwohnerzahl Altrandsbergs zu und die Kirche wurde
wieder zu klein. So fasste Pfarrer Albert Zahnweh den Entschluss, die Kirche
diesmal in die andere Richtung zu erweitern. In den Jahren 1968/69 entfernte man
einfach die Zwischenmauern zu der anliegenden Wohnung und gewann so wieder
einige Meter an Länge. Dazu wurde in dem neuen Teil eine Empore eingebaut. Damit
wurde ein Teil des Westflügels funktional Kirchenraum, äußerlich sichtbar durch
ein später von der Denkmalpflege unpassend empfundenes Kirchenfenster im Giebel
der Südwestecke, welches bei der letzten Sanierung durch ein rechteckiges
Fenster ersetzt wurde, um die äußere architektonische Gliederung des Giebels
nicht länger zu stören. 1971/72 erfolgte eine Restaurierung der Figuren. Es
wurde eine Bankheizung installiert. In den folgenden Jahren zeigte Schloss
Altrandsberg immer mehr Spuren des Zerfalls. So beschloss die Gemeinde, das
Schloss grundlegend zu sanieren. Betroffen von der Maßnahme war natürlich auch
die Kirche, die große Feuchtigkeitsschäden aufwies. Zuerst wurde das Dach über
dem ganzen Schloss repariert und teils erneuert. Dies war bitternötig, denn so
manchesmal lief das Wasser durch die Decke in die Kirche und verursachte
Schäden. Dann erhielt die Kirche im Inneren einen neuen Fußboden mit dem
entsprechenden Unterbau. Die alten Bänke mussten neuen weichen. Die kahle Decke
wurde durch leichten Stuck gegliedert und leicht farblich gestaltet. Die Altäre
und Figuren erhielten neuen Glanz in der Werkstatt des Kirchenmalers. Die alten
Fenster wurden durch neue ersetzt. Die Sakristei erhielt eine neue Einrichtung.
Diese in den Jahren 1986 – 1988 durchgeführten Arbeiten erhielten mit der
Einweihung des neuen Volksaltars durch Weihbischof Karl Flügel am 6. August 1989
ihren krönenden Abschluss.
Ausstattung der Kirche.
Betritt man unsere Schlosskirche, fallen sofort die beiden gleichwertig
nebeneinander befindlichen Altäre, Frührokokoanlagen aus dem Jahre 1740, ins
Auge. Der rechte Altar enthält in der Mitte eine gefällige Figur Mariens mit dem
Kind. Im geschweiften Auszug thront Gottvater, umgeben von Engeln, darüber der
Hl. Geist. Aus den Säulenkapitellen ragen kleine Personifikationen der Erdteile.
Der Altartisch trägt ein schönes Bandwerkantependium. Der zweite Altar ist
schlichter, aber in seiner ursprünglichen Fassung erhalten. Das Altarbild zeigt
den Hl. Antonius von Padua, interessanterweise in unsere Bayerwaldlandschaft
versetzt mit dem Schloss im Hintergrund. Auf diese Weise blieb eine
zeitgenössische Darstellung des Schlosses unter der Herrschaft der
Leoprechtinger erhalten. Über dem Bildnis des Hl. Antonius findet der Betrachter
ein kleineres Bild des Hl. Franz von Assisi. Als Altarwächter fungieren der Hl.
Florian und 
die
Hl. Katharina. Den Altartisch ziert ebenso ein schönes Antependium mit Bandwerk.
Zwischen beiden Altären befindet sich der Tabernakel mit einem neu geschaffenen
Unterbau. Darüber steht St. Michael, der Patron
der Schlosskirche. Zur weiteren Ausstattung des Gotteshauses gehören eine fast
lebensgroße Figur des Hl. Johannes Nepomuk, welche auf alten Abbildungen
übrigens unter einem Baldachin zwischen den beiden Altären stand, dann ein Hl.
Sebastian und nochmals die Figuren des Hl. Michael und der Hl. Katharina. Ihnen
gegenüber an einem Pfeiler steht der Hl. Josef. Der gut gelungene Kreuzweg aus
der Rokokozeit wurde erst bei der Kirchenerweiterung 1935/36 wiederentdeckt und
zu beiden Seiten des Gestühls an den Wänden angebracht. Die linke Seitenwand
schmückt noch ein großes Kreuz mit dem leidenden Corpus Christi. Zwei kunstvoll
gestaltete Grabsteine aus der Mitte des 18. Jahrhunderts erinnern an die
Leoprechtinger, die fast 200 Jahre Herren von Altrandsberg waren. Bemerkenswert
ist der schöne Stuckrahmen des Epitaphs von Johannes v. Leoprechting mit
Symbolen des Jüngsten Gerichts, der Wissenschaften und auch der Kriegsführung.
Der auf alten Fotos noch sichtbare Rahmen des Epitaphs von Josepha von
Leoprechting mit einem posauneblasenden Engel gekrönt, ist leider nicht mehr
vorhanden und wurde durch einen einfachen Stuckrahmen ersetzt. Die
Altrandsberger Dorf- und Schlosskirche ist auf jeden Fall einen Besuch wert und
ein stiller Aufenthaltsort für Besinnung und Gebet in der Hektik des Alltags.