Bericht über den
Storchen-Horstbau
 am Schlossdach

Da sich in zurückliegenden Jahren schon öfters ein Storch auf unserem Schlossdach niedergelassen und sich dort für kurze Zeit aufgehalten hat, hörte man allgemein im Dorf die Meinung, es wäre schön, wenn sich auch bei uns ein Storchenpaar ansiedeln würde.

Bei einer IG-Vorstandssitzung im Winter 2002, fassten wir dann den ernsthaften Entschluss, eine Nistmöglichkeit für Störche zu schaffen.

Nachdem sich IG-Mitglied Adolf Breu spontan bereit erklärt hat, kostenlos einen entsprechenden Horst zu konstruieren und zu bauen, waren wir der Sache schon ein großes Stück näher gekommen.

Bei der Gemeinde als Schlosseigentümer wurde die Erlaubnis für das Anbringen eingeholt. Aber auch beim Vogelschutzbund wurde angefragt, ob eventuell Altrandsberger Störche der Miltacher Storchenfamilie ein Nahrungskonkurrent wären. Da Miltach jedoch ca. 4 km Luftlinie entfernt ist, hatten die Experten diese Befürchtung nicht.
 

Mittlerweile war es ende März und die Zeit drängte schon ein wenig, bis der Adolf mit dem Bau beginnen konnte. Jedoch  schon nach kurzer Zeit hatte er einen sehr stabilen Storchenhorst mit einem Durchmesser von 1,5 m zusammengebaut.

Unser Vorstandsmitglied Richard Kaiser hat dann außen um das Podest, mit Weiden einen niedrigen Korb geflochten und die gesamte Holzkonstruktion mit wetterfester Farbe gestrichen. Ein schönes Storchennest  war fertig.

Nun war noch das Problem mit dem Aufbringen und Montieren des Horstes auf das steile Schlossdach. Wer steigt auf`s Dach ? Eigentlich fiel uns nur einer ein: Attenberger Karl, ebenfalls ein IG-Mitglied. Der Karl ließ sich nicht lange bitten und hat uns sofort zugesagt. Als sein Helfer in luftiger Höhe hat sich Christian Schmid bereit erklärt.

Als Standort erschien uns die Westseite vom Schlossdach am geeignetsten. In Richtung Rossweidmühle, bei den dortigen Weihern, könnte er die Gegend nach Nahrung absuchen.

Am Freitag den 11. April war es dann so weit. Nach dem Mittag wurde der Horst in drei Teilen auf das Dach gezogen und von Karl und Christian oben zusammengebaut und befestigt. Bei einer solchen Aktion ist selbstverständlich auch viel Bodenpersonal für die verschiedensten Arbeiten notwendig, z.B. für Seilsicherung oder für die Befestigungsarbeiten unter dem Dach. Jedoch an Helfern hat es nicht gemangelt, viele Freiwillige haben sich eingefunden und haben mitgeholfen. Hierfür möchte ich mich bei der Gelegenheit im Namen der Interessengemeinschaft recht herzlich bedanken.

Nach ein paar Stunden war die gefährliche Arbeit erledigt - das Nest war oben. Anschließend gab es in der Schlossgaststätte für die Helfer eine kleine „Storchennestfeier“, wo es natürlich recht zünftig herging.

Es bleibt nun abzuwarten, ob und wann sich auch in Altrandsberg ein Storchenpaar ansiedelt. Die Möglichkeit jedenfalls haben wir vorbereitet.

 

Josef Baumgartner