|
Am Samstag, den 14. Juni haben einige Mitglieder der Interessengemeinschaft Schloss die Vorankündigung wahr gemacht und an der Südseite des Schlossberges, unterhalb des Anwesens Bauer, 14 Stück Weinreben gepflanzt, davon acht weiße und sechs blaue Sorten. Es sind laut Beschreibung recht widerstandsfähige und pilzfeste Setzlinge. Die Weinrebe braucht von allen Obstarten am meisten die sommerliche Wärme und einen windgeschützten Standort. Am Schlosshang unter der Steinmauer müßte dies eigentlich zutreffen. Mit viel Schweiß wurden unter der starken Vormittagssonne die Pflanzgruben mit 40 – 50 cm Tiefe ausgehoben. Im Abstand von 2 m wurden diese Gruben mit guter Humuserde gefüllt und die jungen, veredelten Weinreben eingesetzt. Gleichzeitig setzte man runde Holzpflöcke mit dazu, wo die Pflanzen angebunden wurden, damit sie beim Wachsen einen festen Halt haben.
Um den großen Eigenbedarf an Wein zu decken, haben angeblich auch schon die früheren Altrandsberger Schlossbesitzer Weinanbau am südlichen Schlosshang betrieben. Zusätzlich hatten sie jedoch auch einen großen Weingarten bei Bach an der Donau ( zwischen Straubing und Regensburg gelegen). In alten Erbrechtsbriefen der Leoprechtinger sind Scharwerke (Dienstleistungen) eingetragen, wonach die Bauern den Transport der Weintraubenernte mit ihren Pferdefuhrwerken nach Altrandsberg übernehmen mußten. Während es für die Schlossherren um die wichtige Eigenversorgung ging, hat der Weinanbau für die Interessengemeinschaft selbstverständlich nur symbolische Bedeutung und soll der Landschaftskultur rund um`s Schloss dienen. Von der kurzen geschichtlichen Rückblende nun zur amüsanten Seite unseres Weinanbaues.
Für den Fall, daß der Wein zum Trinken zu „trocken" (sauer) sein sollte, gab es ebenfalls verschiedene Empfehlungen. Manche meinten, man könnte diesen Wein dann auch als Weinessig verwenden oder er könnte – ähnlich wie Franzbranntwein - zum Einreiben z.B. bei Muskelverspannungen Verwendung finden. Also nochmals vielen Dank für die gutgemeinten Ratschläge und Anregungen. Letzte Meldung: Die IG Vorstandschaft hat in der letzten Sitzung beschlossen, falls das Projekt Weinanbau trotz der großen Mühe scheitern sollte, will man es mit Hopfenanbau versuchen.
Juni 03 J.B. |